Wo Schweizer Organisationen bei der KI-Adoption wirklich stehen.
Sechs Monate. 25 Schweizer Organisationen. 230'000 Mitarbeitende. 12 Branchen. Konzipiert mit Dr. Joël Krapf an der Berner Fachhochschule. Vollständig unten veröffentlicht, weil Ergebnisse hinter einem Formular nicht gelesen werden.
Wie wir vorgegangen sind
Wir haben die Verantwortlichen für KI-Adoption in 25 Schweizer Organisationen aus 12 Branchen mit insgesamt 230'000 Mitarbeitenden befragt, von Firmen mit 100 bis zu Institutionen mit 30'000 Beschäftigten. Wir haben gefragt, was ausgerollt wurde, was gemessen wird und was sich im Arbeitsalltag tatsächlich verändert hat. Danach haben wir verglichen, was Führungskräfte berichteten, mit dem, was ihre eigenen Zahlen zeigten.
Was wir gefunden haben
Die Lücke sind nicht die Werkzeuge, sondern der Transfer
Fast jede Organisation hatte etwas eingeführt. Sehr wenige konnten auf Arbeit verweisen, die deshalb anders erledigt wird. Ohne strukturelle Verankerung erreichen nur 10 bis 15% formaler Schulungen das tägliche Verhalten, und Selbstlernangebote erreichen jene, die schon neugierig waren.
Die Messung endet bei der Lizenz
75% der Organisationen messen Lizenzen und Nutzung. 6% messen Verhalten. Diese Lücke erklärt, warum Adoption-Programme Fortschritt berichten, während die Arbeit gleich bleibt: Nutzung ist nicht Kompetenz, und Kompetenz ist nicht Wertbeitrag.
Die Hürden sind menschlich
Ungleiche Fähigkeiten, unbeantwortete Angst um die eigene Rolle, Governance die zu spät kommt, und Schulungen die nicht in den Alltag übergehen. Wo Kostensenkung die erklärte Priorität war, zogen sich Mitarbeitende von KI zurück statt sich darauf einzulassen.
Governance beschleunigt Adoption
Das hat uns überrascht. Mitarbeitende, die den Regeln vertrauen, experimentieren mehr, nicht weniger. Veröffentlichte, angewandte und regelmässig überarbeitete Leitlinien gingen mit mehr Experimentierfreude einher, weil Menschen aufhören zu rätseln, wo die Grenze liegt.
Das Verhalten der Führung ist die deutlichste Trennlinie
Die Variable, die Organisationen mit Skalierung am klarsten von Organisationen im Stillstand trennte, war ob Führungskräfte die Werkzeuge selbst nutzten. Effizienznarrative aktivieren Angst. Neugiernarrative aktivieren Beteiligung.
Der Abstand wächst
Die meisten Organisationen liegen zwischen Experiment und Wirkung. Die Vorreiter verstärken sich selbst, weil Kompetenz den nächsten Anwendungsfall günstiger findbar macht. Die Nachzügler zählen noch Lizenzen.
Was daraus folgt
- Auf Transfer hin gestalten, nicht auf Veranstaltungen. Die Wochen zwischen den Sitzungen sollten so viel leisten wie die Sitzungen selbst.
- Verhalten vorher und nachher messen. Wer nicht sagen kann, was Menschen anders tun, kann nicht sagen dass das Programm gewirkt hat.
- Governance früh veröffentlichen. Sie ist ein Beschleuniger, keine Bremse.
- Führungskräfte die Werkzeuge nutzen lassen, bevor sie darüber entscheiden.
Möchten Sie den vollständigen Bericht?
Die vollständige Auswertung, einschliesslich Reifegradmodell und Messinstrument, ist als PDF verfügbar.